Das Internet ist kein Medium

Zum Titel dieses Eintrages wurde ich inspiriert durch den Artikel »Das Medium ist auch die kommerzielle Botschaft« von Andreas Göldi auf netzwertig.com

Göldi nimmt in diesem Artikel einige Gedanken des Medienwissenschaftlers Marshall McLuhan auf und wendet sie auf einige Bereiche des Wandels an den die Medien momentan erleben. Er geht darin auf den Wandel ein, den die Zeitungs- und Musikbranche erleben. Bevor ich die Lektüre des Artikels in seiner Gänze empfehle folgen hier zwei Zitate. Zunächst ein kurzer Abschnitt in dem er den Satz „Das Medium ist die Botschaft“ für den Kontext des Artikels definiert:

Eine von McLuhans Kernthesen ist im knackigen Satz “Das Medium ist die Botschaft” zusammengefasst. Damit drückte McLuhan aus, dass die essentiellen Eigenschaften eines Mediums erheblich bestimmen, wie es von den Konsumenten wahrgenommen wird und damit auch, welche Inhalte darin funktionieren. Letztlich bestimmt das, welche Art von Denkprozessen und Emotionen durch ein Medium ausgelöst werden können, wie die Weltwahrnehmung der Konsumenten beeinflusst und damit langfristig die Gesellschaft verändert wird.

Darauf folgen einige Ausführungen darüber wie sich der Umgang des Lesers mit Inhalten in Zeitungen und im Internet unterscheidet. Meiner Ansicht nach befindet sich der Kernsatz des Artikels im nun folgenden Abschnitt:

Was sollen aber nun die Hersteller von Inhalten tun, wenn das Internet offensichtlich die Wertschätzung von Content so stark reduziert? Zunächst mal müssen sie verstehen, dass “das Internet” kein Medium ist, sondern eine Trägerinfrastruktur für verschiedenste Medien. Das Web funktioniert anders als iTunes und Twitter und Email. Jedes Teilmedium hat seine Charakteristiken, die entscheidend für kommerzielle Ausnutzung sein können. Traditionelle Medienunternehmen täten gut daran, bewusst Internet-basierte Medien zu fördern, die die Inhalte über die Interaktion priorisieren.

Verstehen wir das Internet nicht als Medium an sich, sondern als Trägerinfrastruktur für verschiedene Medien, dann liegt es an uns zu wählen auf welche Weise unsere Botschaft am Besten beim Besucher unserer Webseite ankommt. Die Webseite oder der verwendete Dienst wird daher nach seinen Charakteristiken entwickelt und ausgewählt, so dass eine Einheit zwischen Medium und Botschaft entsteht und auf diesem Wege meine Botschaft bei derjenigen und demjenigen ankommt, der nach mir, meinem Projekt oder meiner Firma sucht. Das ist keine neue Erkenntnis und dennoch eine, die es immer wieder neu zu bedenken gilt.

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»Das Medium ist auch die kommerzielle Botschaft« von Andreas Göldi auf netzwertig.com

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