Die Methode (hier z.B. Design Thinking) sollte nur das Vehikel und nicht etwa das Dogma darstellen. Design Thinking ist gerade hip, aber es will als Methode eben auch richtig gelernt und angewand werden.

Ansonsten findet die Gruppendynamik statt, mit der wir alle sozialisiert wurden. Der mit den groessten Ellenbogen boxt sich durch bzw. klebt wie wild sein Post-its an die Wand und ueberfaehrt damit alle anderen, die mit diesem Thempo nicht Schritt halten koennen.

Fuer mich ist das ganze ein klares Sozialisationsding wie alles andere auch. Was man ueber Jahre als Reflex und Verhalten verinnerlicht hat, aendert man nicht von heut auf morgen, sondern man behaelt es, ohne Unterstuetzung von aussen, bei und ersetzt nur oberflaechlich Methode A durch Methode B, wendet B aber so an, dass es am Ende A entspricht.

Mir wurde einmal gesagt, dass es doch unfair sei, ueber ein stattgefundenes Meeting zu reflektieren, um dann im Nachhinein neue Erkentnisse beizusteuern nur weil man nicht in der Lage war, der Geschwindigkeit des Meetings zu folgen, da dies doch den Konsens der Gruppe kaputt machen wuerde. Da kann ich nur sagen Pech fuer den Konsens und die Frage aufwerfen, ob es in Meetings und in deren Folge nun tatsaechlich um die Sache und somit um die beste Loesung geht oder eben doch um ganz klare Machtfragen und um das Festhalten an deren Strukturen. Oft habe ich den Eindruck letzteres ist der Fall.

In Bezug auf des Thema Introvertiertheit ist das Buch „Quiet: The Power of Introverts in a World That Can’t Stop Talking“ von Susan Cain ein Klassiker.