Netzgemüse

In ihrem Buch »Netzgemüse, Aufzucht und Pflege der Generation Internet« schreiben Tanja und Johnny Haeusler unaufgeregt, sachlich und mit einer angenehmen Prise Witz über das Leben mit Heranwachsenden und dem Internet.

Netzgemüse

Tanja und Johnny, die unter anderem durch ihr Blog spreeblick.com bekannt sind, wenden sich mit diesem Buch vor allem an Eltern und andere, die mit der Erziehung von Kindern und Jugendlichen betraut sind. Die beiden sind selbst Eltern zweier Söhne, und sowohl technik- als auch internetaffin. Hier schreiben also zwei Personen, die sowohl das Internet aus ihrer Sicht, aber auch aus dem alltäglichen Umgang ihrer Heranwachsenden damit kennen. Diesen Erfahrungsschatz stellen sie in diesem Buch den geneigten Leserinnen und Lesern zur Verfügung. Anhand einiger Stichworte möchte ich hier kurz darüber schreiben.

Vertrauensvoll

Tanja und Johnny schreiben aus einer vertrauensvollen Perspektive. Sie vertrauen ihren Söhnen, auch im Umgang mit Computer und Internet, und das spürt man an unzähligen Stellen im Buch. Diese vertrauensvolle Perspektive steckt an, und lädt dazu ein, einen partnerschaftlichen Umgang der Eltern mit ihren Kindern, auch im Umgang mit Computer und Internet, zu pflegen.

Keine Panik!

Aus diesem Vertrauen, und dem eigenen Wissen um das Internet, seiner schönen und hässlichen Seiten, resultiert eine Haltung, die nicht von Panik, aber dennoch mit bedacht vorgeht. Am Anfang des Buches vergleichen sie das Internet mit Bielefeld, und sprechen darüber, wie wichtig es ist sich in einer Stadt auszukennen, um unbehelligt darin leben zu können.

Selbstverständlichkeit

Das Internet ist eine Selbstverständlichkeit. Unsere Kinder zweifeln an der Funktionsfähigkeit eines Computers, wenn dessen Verbindung zum Internet gestört ist. Für sie ist der Zugriff auf das Internet so selbstverständlich wie für uns das Wasser aus dem Wasserhahn. Unsere Kinder wachsen selbstverständlich mit dem Internet auf. Wir erinnern uns noch an unsere ersten E-Mail-Adressen (zu Beginn des Studiums), für unsere Kinder gab es keine Zeit ohne Internet.

Verspielt

Wir machten unsere ersten Schritte im Internet als wir bereits Autofahren konnten – so alt sind wir schon – unsere Kinder machen ihre ersten Schritte auf dem Boden der Tatsachen und im Internet, beinahe Gleichzeitig. Daher begegnen sie dem Internet verspielt. Sie sehen sich Videos auf YouTube an, die wir für reine Zeitverschwendung halten, lernen dabei aber die unglaublichsten Dinge. Sie bedienen das Adressfeld des Browsers oder das Suchfenster von Google mit einer Leichtigkeit und auf gut Glück, dabei finden sie Perlen und Steine.

Natürlichkeit

Tanja und Johnny berichten von der Versiertheit ihrer Söhne im Umgang mit den unterschiedlichen Geräten, Webseiten und Spielen. Sie berichten davon, dass wir von unseren Kindern jede Menge Kniffe lernen können, die sie sich nebenbei erwerben, und die für sie selbstverständlich sind. Unser Kinder sind flink, sie lernen schnell mit dem Medium Internet umzugehen, intuitiv wissen sie, dass die Antwort auf das Internet das Internet selbst ist. Bei einer Herausforderung beginne sie nach der Lösung im Internet zu suchen, und entwickeln schnell einen Riecher für die richtige Fährte.

Sozialkompetenz und Lebenserfahrung

Unsere Kinder gehen versierter mit den technischen Neuerungen um als ihre älteren Begleiter, wir jedoch haben mehr Lebenserfahrung und dadurch hoffentlich auch etwas mehr Sozialkompetenz. Unsere Aufgabe und Verantwortung ist es, nach Tanja und Johnny daher, unsere Kinder auch im Internet in diesen Punkten zu unterstützen.

Positiver Realismus

Die beiden Autoren schreiben hier mit einem positiven Realismus. Sie beschönigen weder die hässlichen Ecken des Internets und den Umgang damit, noch malen sie den Teufel an die Wand und sehen überall nur Gefahren. Aus meiner Sicht finden sie in dem Buch eine sehr gute Balance, die auf ermutigende Weise einlädt mit den anvertrauten Kindern einen guten Umgang mit dem Internet zu erlernen. Sie geben sowohl praktische Tipps, sei es im Umgang mit YouTube und Facebook, als auch Hinweise zur Einstellung des Routers. Zwischen diesen hilfreichen Tipps erzählen sie augenzwinkernd eigene Erlebnisse und lassen ihre Haltung den Heranwachsenden und dem Internet gegenüber durchscheinen.

Das Buch »Netzgemüse, Aufzucht und Pflege der Generation Internet« ist ein sehr gelungenes Handbuch, dass uns Eltern dazu einlädt das Internet gemeinsam mit unseren Kindern (neu) zu entdecken, und in einer vertrauensvollen Haltung mit unseren Kindern gemeinsam die richtigen Schritte zu gehen. Aus diesem Grund empfehle ich die Lektüre allen, die mit der Erziehung von Heranwachsenden betraut sind.

Auf netzgemüse.de finden sich weitere Informationen zum Buch, und hier kann ein Auszug aus einem Kapitel des Buches gelesen werden.

1 Kommentar

  1. Scheint echt ein klasse Buch zu sein, und wie ich den Jonny so kenne, sind eigentlich alle seine Publikationen klasse!
    Danke dir, für dieses klasse Review, mal sehen ob ich mir das Buch auch bestelle….(-:

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